Dienstag, 23. Juli 2019
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20 Jahre Euro

Am 1. Januar 1999 haben 11 EU-Mitgliedstaaten mit dem Euro eine einheitliche Währung eingeführt und eine gemeinsame Währungspolitik unter der Leitung der Europäischen Zentralbank eingeleitet.

Dieser historische Moment stellte einen Meilenstein auf dem Weg zu Stabilität und Wohlstand in Europa dar. Trotz seines noch jungen Alters ist der Euro heute bereits die Währung von 340 Millionen Europäern in 19 Mitgliedstaaten. Er hat den europäischen Privathaushalten, Unternehmen und Staaten sehr greifbare Vorteile gebracht: stabile Preise, niedrigere Transaktionskosten, sichere Ersparnisse, transparentere und wettbewerbsfähigere Märkte sowie eine Ausweitung des Handels. Weltweit haben rund 60 Länder ihre Währungen auf die ein oder andere Weise an den Euro gekoppelt; wir können und werden noch mehr dafür tun, dass der Euro auf dem internationalen Parkett die ihm gebührende Bedeutung erlangt. Weitere EU-Mitgliedstaaten werden dem Euro-Währungsgebiet beitreten, sobald sie die entsprechenden Kriterien erfüllen.

Hintergründe des Euro

Die Einführung des Euro markierte den Schlusspunkt eines langen Weges, der lange zuvor eingeschlagen worden war. Die weltweiten währungspolitischen Turbulenzen der 1970er und 1980er Jahre hatten einzelne europäische Länder schwer getroffen und nach einer europäischen Lösung gerufen. Nach der Schaffung eines gemeinsamen Marktes würde die Einführung einer einheitlichen Währung Arbeit und Handel erleichtern. Nach jahrzehntelangen Vorgesprächen darüber, wie eine Wirtschafts- und Währungsunion erreicht werden könne, wurde 1988 der Delors-Ausschuss eingerichtet. Unter dem Vorsitz des damaligen Kommissionspräsidenten Jacques Delors wurden gezielte, schrittweise zu einer einheitlichen Währung führende Maßnahmen geprüft. Auf der Grundlage des vom Delors-Ausschuss verfassten Berichts sowie der anschließenden Verhandlungen unterzeichneten die politischen Entscheidungsträger 1992 in Maastricht die Vereinbarung, mit der die einheitliche Währung ins Leben gerufen wurde. Die Unterzeichnung des Vertrags von Maastricht wurde somit zu einem symbolischen Moment für die Einführung des Euro. 1994 nahm das Europäische Währungsinstitut (EWI) in Frankfurt vorbereitende Arbeiten auf, um der Europäischen Zentralbank (EZB) die Wahrnehmung ihrer Verantwortung für die Währungspolitik im Euro-Währungsgebiet zu ermöglichen. Am 1. Juni 1998 nahm die EZB schließlich ihre Arbeit auf.

Am 1. Januar 1999 wurde der Euro als Buchwährung eingeführt und geldpolitische Zuständigkeiten auf die Europäische Zentralbank und das Eurosystem übertragen. Damit wurde der Euro in 11 Mitgliedstaaten zur amtlichen Währung. Nachdem der Euro drei Jahre lang auf Bankauszügen neben der nationalen Währung angegeben worden war, führten zwölf Länder die Euro-Banknoten und -Münzen ein und vollzogen damit die größte Währungsumstellung der Geschichte. Die ersten Mitglieder waren Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland folgte 2001. Seither haben sieben weitere Mitgliedstaaten (Estland, Lettland, Litauen, Malta, die Slowakei, Slowenien und Zypern) den Euro eingeführt.

Die am zweithäufigsten genutzte Währung der Welt

Seit den ersten Diskussionen über eine gemeinsame Währung Ende der 1960er Jahre bis heute, wo der Euro die Währung von 340 Millionen Europäern ist und weltweit von weiteren 175 Millionen Menschen genutzt wird, wurde ein langer Weg zurückgelegt. Der Euro ist heute die zweitwichtigste internationale Währung, da ihn rund 60 Länder nutzen oder ihre eigene Währung an ihn koppeln. Er stellt für Zentralbanken ein wichtiges Wertaufbewahrungsmittel dar, wird weltweit für die Emission von Schuldtiteln herangezogen und ist weithin als internationales Zahlungsmittel akzeptiert.

Zehn Jahre, nachdem die Finanzkrise die Welt erschüttert hat, ist die Architektur der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion heute erheblich gefestigt, doch muss noch mehr getan werden. Ausgehend von den Zukunftsvorstellungen, die im Bericht der fünf Präsidenten vom Juni 2015 und in den Reflexionspapieren zur Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion und zur Zukunft der EU-Finanzen vom Frühjahr 2017 dargelegt wurden, hat die Europäische Kommission einen Fahrplan zur Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion vorgelegt. Im Dezember sprachen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zudem dafür aus, in diesem Zusammenhang auf eine Stärkung der internationalen Rolle des Euro hinzuarbeiten.

Eine gemeinsame Währung zum Nutzen aller Europäer

Die öffentliche Unterstützung für den Euro ist in der EU durchweg hoch, besonders in Ländern, die den Euro bereits verwenden. So vertraten bei der diesjährigen Erhebung im Euroraum 74 % der Befragten die Auffassung, der Euro sei gut für die EU; damit ist der Wert seit dem Rekordhoch vom vergangenen Jahr konstant geblieben, was bestätigt, dass die öffentliche Zustimmung zum Euro seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2002 so hoch ist wie noch nie. 64 % der Befragten im Euroraum vertraten ferner die Auffassung, der Euro sei gut für ihr Land. Für 36 % der Europäerinnen und Europäer ist der Euro eines der wichtigsten Symbole der Europäischen Union, womit er direkt nach der Freiheit kommt. Er hat den europäischen Privathaushalten, Unternehmen und Staaten sichtbare und sehr greifbare Vorteile gebracht: stabile Preise, niedrigere Transaktionskosten, transparentere und wettbewerbsfähigere Märkte sowie mehr Handel. Er erleichtert Reisen und Wohnen im Ausland und macht die Ersparnisse sicher.

Europäische Kommission

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